Die japanische Mädchenkiefer                                        

 

pinus pentaphylla

 

Die Mädchenkiefer kommt aus Japan und somit aus unseren Breitengraden und Klimazonen.

 

Das heißt, sie ist winterhart, wenn sie im Boden ausgepflanzt ist.

Für eine Bonsai-Kiefer ist jedoch Frostschutz angebracht.

Dazu gehört die Überwinterung in einem kalten windgeschützten Raum, z. B. unbeheiztes Gewächshaus oder Frühbeet usw.. Die Betonung liegt auf windgeschützt. Ein Aufbewahrungsort im Freien ist ebenso möglich, z. B. im Garten eingegraben in einer windgeschützten Ecke.

 

Kiefern mögen keine übermäßige Nässe. Daher ist als Pflanzsubstrat eine durchlässige ungedüngte Erde wie Akadama oder Kyriu am besten geeignet.

 

Die Kiefer lebt in Symbiose mit einem Pilz (Mycoryza), den man im Wurzelballen antrifft. Er sieht aus wie ein Schimmelpilz. Er schließt die Nährstoffe für die Kiefer auf. Ohne ihn geht die Kiefer ein. Und der Pilz stirbt ab bei zuviel Wassergaben, oder wenn der Baum gar im Wasser steht (Unterschale).

 

Beim Umtopfen mit Wurzelschnitt muss also immer ein Teil des alten Wurzelgeflechts mit dem Pilz wieder mit verwendet werden (Neuansteckung). Das ist dann notwendig, wenn nur noch Pilzgeflecht in der Schale ist.

 

Jährlich im August/September macht sich die Kiefer LUFT. Die zweijährigen Nadeln werden dann gelb und fallen ab, also nichts beunruhigendes. In der Natur kann man das auch beobachten, wenn man durch einen Kiefern- oder Föhrenwald spaziert. Da ist dann auch der ganze Boden mit den alten Nadeln bedeckt.

Dieses Gelbwerden und Abwerfen kann verringert werden, indem während der Wachstumsphase mit Magnesiumsulfat oder besser bekannt als Bittersalz (im Baumarkt und Gartencenter) quasi gedüngt wird.

Bei einer Schale von 15 cm Durchmesser ca. 1 Esslöffel in Wasser auflösen und in Anschluss an das eigentliche Gießen verabreichen. Alle drei – vier Wochen. Letztmalig im August. Daneben kann noch ein wenig z. B. Bio Gold gegeben werden.

 

Gestaltet wird die Kiefer indem jedes Jahr im Mai, bzw. wenn sich die sog. Kerzen strecken, diese mit Zeigefinger und Daumen ausgedreht werden. Wird das unterlassen, verliert der Bonsai seine Form und kann auch nicht durch starken Rückschnitt (Verjüngungsschnitt) wieder in Form gebracht werden, weil Kiefern nicht mehr aus dem alten Holz austreiben.

 

Durch drahten kann ebenfalls die Form in die gewünschte Richtung verändert und gestaltet werden.

 

Meistens kommen die Kiefern schon aus Japan mit stark eingewachsenem Draht. Im Stammansatz lässt man den Draht sogar mit Absicht einwachsen, weil sich dadurch der Stamm stark verdickt und somit älter aussieht.

Solange der Draht spiralförmig nach oben gewunden ist und keine Überkreuzungen entstehen, kann man ihn einwachsen lassen, ohne der Kiefer zu schaden. Will man ihn entfernen, so schneidet man mit einer Drahtzange die Windungen auf. Abwickeln geht meistens nicht mehr, weil die Japaner einen sehr harten Stahldraht verwenden und damit der Stamm zu stark verletzt werden würde. Die entstandenen Narben verwachsen im Lauf der Jahre wieder.

 

Als Draht eignet sich kein Kupfer!!! Erstens biegt es sich zurück und zweitens gibt es eine Strahlung ab, die die Kiefer nicht verträgt.

Also verwenden wir den allzeit beliebten Aluminiumdraht.

 

Kiefern sind sehr lichthungrige Gewächse. Sie wollen einen vollsonnigen Standort. Auch während der Überwinterung darf das Licht nicht fehlen.

Wenn z. B. mehrere Pflanzen die Kiefer beschatten, dann sterben bis zum Frühjahr diese beschatteten Teile ab. Daher werden bei Freilandüberwinterung Reisigzweige usw. nur mit Abstand herum gesteckt (als Windschutz).



Bilder zum Rückschnitt der Kiefer - Word.doc !!