Pflegeanleitung für Gartenbonsai    Copyrigth Bonsai Wehrl 2009

Standort

Gartenbonsai, sogenannte Outdoor sind Bäume aus unseren Breitengraden. Somit sollten sie

`` winterhart `` sein.   Dennoch empfehle ich im Winter auf Nummer Sicher zu gehen und den Bonsai in einem hellen, kühlen Raum aufzustellen. Temperaturen sollten nicht höher werden als 10 Grad je nach Wetterlage.

Damit meine ich, man überwintert ihn ganz einfach  `` frostfrei ``.  Gerade die letzten Winter haben gezeigt, dass dies sinnvoll ist.

Die  Überwinterung von Freilandbonsai kann ansonsten so aussehen; in einem Gartenbeet eingegraben und mit Reisig , oder Abdeckfließ und dergleichen abgedeckt. Vorher würde ich den Baum aus der Schale nehmen, damit a; der  Wurzelballen die Erdfeuchtigkeit erreichen kann und b; im Frühjahr ist dann die Schale nicht so schmutzig. Hauptsächlich unglasierte  Schalen können darunter leiden, wenn sie eingegraben werden. Denken Sie auch immer daran, dass Kiefern und Nadelbäume überhaupt auch im Winter jede Menge Licht brauchen und nicht mit anderen Bonsai  zusammen stoßen sollten.  Alte Blätter, insbesondere Blätter  die Mehltau usw. hatten sollten peinlichst genau aus dem Winterquartier herausgehalten werden, weil man sonst die Pilze für das nächste Jahr  gleich mit züchtet.

Gießen

Kontrollieren Sie täglich die Erde. Ist der Wurzelballen abgetrocknet, wird gegossen. Ist die Erde noch feucht, lassen Sie das Giessen bis zum nächsten Tag.  Allerdings wird es an manchen Sommertagen nötig sein zweimal täglich zu gießen. Hauptsächlich dann wenn die Tagestemperaturen über 30 Grad liegen.

Ich empfehle hier einmal morgens, bevor man zur Arbeit geht und dann noch einmal wenn man von der Arbeit zurück kommt zu gießen.  Besonders erfinderische Bonsaianer basteln sich evt. eine automatische Tröpfchenbewässerung.

Düngen

Ohne regelmäßige Düngung  werden Sie auf Dauer keinen Erfolg mit Bonsai haben.  Die besten Dünger sind unserer Meinung nach Bio-Gold und unser Flüssigdünger.

Bio-Gold ist ein organischer Dünger in Brockenform.  Wir geben während der Wachstumsperiode auf alle 2 – 3 cm pro Schalenrand einen Brocken in die Erde. Und zwar unter die Erde, indem man die Stücke hinein drückt. Das geht am leichtesten nach dem Gießen, weil der Boden dann weicher ist.

Unser Flüssigdünger ist ein anorganischer Dünger. Das heißt, er besteht aus Chemie. Und zwar aus Stickstoff, Phosphor und Kali im Verhältnis  8 – 8 – 6 . Das nennt man auch einen NPK-Dünger.  Es ist ein Konzentrat, welches mit Wasser zu mischen ist, etwa 20ml auf einen Liter Wasser. Danach kann die fertige Lösung gegossen werden. Aber Vorsicht !, niemals auf trockenen Boden und bei großer Hitze düngen. Sehr gut kann dieser Dünger auch als Blattdünger  eingesetzt werden. Die Lösung in gleicher Konzentration wie oben beschrieben  einfach auf die Blätter sprühen. Die Nährstoffe ziehen durch die Poren auf den Blättern in die Pflanze ein und sind somit wesentlich schneller für den Bonsai verwertbar. Wir erzielen mit diesem Dünger Spitzenergebnisse, nicht nur bei Bonsai, sondern bei allen anderen Zierpflanzen auch.  Beide Dünger wenden wir im Abstand  von allen 4 Wochen an.  Bei Zimmerbonsai die auch warm  überwintert werden sogar  in den Wintermonaten.

Bei Outdoors ( Gartenbonsai) und Kalthausbonsai beginnen wir etwa Anfang Mai und beenden die Düngeperiode  ca. Ende August.  Danach sollte man keinen Dünger mehr geben, weil die Bonsai sonst nicht die erforderliche Winterhärte erreichen.

Schneiden und Umtopfen

Die eigentliche Kunst einen Bonsai klein zu halten ist ja der Rückschnitt.  Da sind bei Kiefern die Kerzen auszudrehen und bei Laubbäumen die neuen Triebe einzukürzen. Mittels Blattschnitt können die Blätter einiger Bonsai in Ihrer Größe reduziert werden.

Nachdem dieses ein sehr  weitreichendes Thema ist möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen, sondern vielmehr die Lektüre eines  guten Buches empfehlen.  Da wäre zum Beispiel das Buch von Wolfgang Kawollek  - Das praktische Bonsaibuch - . Darin wird nichts ausgelassen.

Ganz klar, nach einer gewissen Zeit ist die Erde des Bonsais ausgelaugt, hat schlechte Wasserführung und schlechte Bodendurchlüftung. Der Wurzelballen sieht sogar evt. überhaupt keine Erde mehr usw.  Es ist Zeit umzutopfen.  Auch hier möchte ich das  vorher erwähnte Buch empfehlen.

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